Montag, 23. Januar 2017

3.12.2016, Bagan

Auch diese Nacht höre ich Stimmen melodiös rezitieren, dieser Singsang von fern. Das erinnert mich an den Rhamadan. Dann ist es besonders verdienstvoll nächtelang Suren zu rezitieren, in der Nacht ist man Allah nah. Vielleicht ist man in der Finsternis effektiv Göttern und Geistern - oder allgemein Spirituellem - näher als im grellen Tageslicht.
Einen Unterschied zwischen dem Rezitieren im Islam und demjenigen im Buddhismus gibt es jedoch. Im Islam besteht die Hauptaufgabe der Koranschüler darin, die Suren des Buches auswendig zu lernen. Hier sehe ich Gläubige von A-4-Blättern oder auch nur von kleinen Zettelchen ablesen, das scheint legitim zu sein. - Und scheint mir moderner. Lagern wir doch das Wissen immer mehr von unseren Gehirnen in externe Festplatten aus, besser in Wikipedia, Lexika und Wörterbücher, die uns konstant in unseren Gerätchen begleiten.
Genau gleich funktionieren Schulen in Myanmar und in Sansibar. An beiden Orten sagt der Lehrer etwas und die Schüler wiederholen es. Oder er ruft eine Frage und die Schüler geben im Chor die Antwort. Dass dies eigenständiges Denken nicht gerade fördert ist klar.





Heute besuchen wir ein weiteres Projekt von "Community involved Tourism". In einem Dorf Richtung NeuBagan werden Kochkurse angeboten. Gleichzeitig soll ein Einblick in das Dorfleben gegeben werden und auch in die verschiedenen Kleinbetriebe, die hier Lackarbeiten herstellen. Wir werden von einer Delegation von drei Frauen am Busstopp abgeholt, sehr herzlich und gesprächig sind sie, zwei der Frauen nicht aus dem Dorf, aber dafür angestellt, diesem Dorf zu helfen ebenfalls am Tourismusgeldregen der Region teilzuhaben. Gekocht wird im Haus des Dorfchefs, Monika und ich kriegen blaue Schürzen umgeknöpft und eine Kochhaube aufgesetzt und unter Anleitung von drei Köchinnen machen wir Fisch- und Gemüsecurry, alles bereits vorbereitet, auch verschiedene Salate, immer mit gehackten Erdnüssen und gebratenen Zwiebeln mit viel Öl, etwas schwer - mir munden unsere Salate mit Essig oder Zitrone besser. Der Dorfchef, er sei Hobbykoch und koche auch bei Hochzeiten und weiteren Festivitäten im Dorf, schaut auch zu und greift zwischendurch zur Kelle

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